Am frühen Samstagmorgen fuhren wir mit insgesamt 3 Teams zusammen mit den Aktivist*innen des grünen Fingers nach Erfurt, um die Aktionen rund um Widersetzen Anfang Juli 2026 zu begleiten.
Bereits kurz nach Ankunft hatte der grüne Finger den ersten Polizeikontakt, der trotz deeskalierenden Auftretens des Legal Teams nicht ohne Verletzte blieb.
Durch die noch auszuführenden Behandlungen musste leider ein Team vor Ort bleiben und konnte erst wieder zur Versammlung an der Autobahn aufschließen.
Hier blieb die Lage längere Zeit ruhig, wenn auch angespannt, da die Polizei immer wieder die Räumung einer Fahrspur ankündigte.
Die Räumung verlief überwiegend kontrolliert, es wurde kein Pfefferspray eingesetzt, dafür jedoch Schmerzgriffe. Zum Glück benötigte keine*r der Betroffenen medizinische Unterstützung.
Parallel zu der Situation auf der Autobahn suchten im Laufe des Mittags mehrere Aktivist*innen unsere Hilfe auf, sei es für umgeknickte Knöchel, Hautverletzungen oder internistische Probleme.
Dabei zeigte sich immer wieder eine sehr große gegenseitige solidarische Unterstützung, sowie dass sich die Aktivist*innen sehr gut auf den Tag vorbereitet hatten – alle hatten für ausreichend Essen, Wasser, Elektrolyte oder Sonnenschutz, sowie meist auch Erster Hilfe gesorgt. Dadurch wurden wir in unserer Arbeit enorm entlastet und konnten uns auf mögliche schwerere Verletzungen konzentrieren, die zum Glück größtenteils ausblieben.
Bei der Vereinigung des grünen und gelben Fingers zum frühen Nachmittag hin gab es ein kurzzeitiges Eskalationspotential durch die Kesselung der Polizei, jedoch löste sich dies ohne Gewalt durch deeskalierendes Auftreten der Aktivist*innen.
Der gelbe Finger war durch die Sanitätsgruppe Süd-West e.V. begleitet worden, an dieser Stelle bedanken wir uns für die gute Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Versorgung von Patient*innen.
Nach Beendigung der Blockade machten sich der grüne und gelbe Finger schließlich zusammen auf den Weg zum Messegelände, um unsere Busse für die Abreise zu erreichen. Angekommen wurden wir mit überwältigender Begrüßung durch die dort versammelten Menschen empfangen.
Am späten Nachmittag konnten schließlich alle Aktivist*innen unseres Fingers wieder mit ihren Bussen nach Hause fahren.
Insgesamt war es ein langer und anstrengender Tag für uns alle gewesen, mit dem wir aber dennoch zufrieden sind. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass es sich um unseren ersten großen Einsatz seit unserer Gründung handelte.
Erschreckend müssen wir jedoch die teilweise Behinderung durch die Polizei bei der Versorgung von Patient*innen festhalten und dies auch in Bezug auf den Regelrettungsdienst.
Wir möchten uns außerdem bei dem Legal-Team und der parlamentarischen Beobachtung bedanken, da diese geholfen haben, die Aktivist*innen vor größeren Verletzungen zu bewahren.
